Eine Art „soziale Feuerwehr“

Veröffentlicht am 10.02.2014
Pünktlich zum Zwölf-Uhr-Läuten wird das Mittagessen serviert. Wie hier durch Rudolf Schedl, einer der ehrenamtlichen Helfer der Nachbarschaftshilfe. Gerne nutzen auch Maria und Eduard Wolf den Service „Essen auf Rädern“. Nachdem beide in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, bietet sich damit die Möglichkeit in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Bild: bir
Die ehrenamtlichen Helfer der Nachbarschaftshilfe Bärnau (einige davon nicht im Bild). Bild: bir

Nachbarschaftshilfe leistet seit einem Jahr wertvolle Hilfe für Mitbürger – Lebensqualität erhalten


Bärnau. (bir) Seit einem Jahr gibt es sie jetzt schon – die Nachbarschaftshilfe Bärnau. Zuerst noch etwas misstrauisch betrachtet, weil die Leute nicht gleich verstehen konnten, dass hier Gutes und Nützliches für sie getan wird und das auch noch umsonst! Denn die Mitglieder der Nachbarschaftshilfe arbeiten ehrenamtlich.


Wie kam es zur Gründung der Nachbarschaftshilfe Bärnau? Die dramatischen demografischen Veränderungen erforderten auch in Bärnau einen gewissen Handlungsbedarf – nicht nur für die ältere, sondern auch für die jüngere Generation.


Durch die Veränderung der ländlichen Infrastruktur sollten mit diesem Projekt auch gewisse Lücken geschlossen werden. Denn gerade viele ältere Menschen möchten bei eingeschränkter Mobilität, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung bleiben, aber gleichzeitig die Sicherheit haben, im Notfall versorgt zu werden.Und hier bietet die „Nachbarschaftshilfe“ Bärnau, die unter der Trägerschaft des Bayerischen Roten Kreuzes, Kreisverband Tirschenreuth, steht, eine Anlaufstelle für jung und alt, eine Anlaufstelle für Bürger in Notsituationen, eine Art soziale Feuerwehr.


Lebensqualität erhalten


Deshalb sollte ein Netzwerk mit verschiedenen, bereits bestehenden Einrichtungen, die ähnliche Zielsetzungen verfolgen, aufgebaut werden. Aber keine Konkurrenzsituation mit diesen Organisationen oder Gewerben entstehen. Die Nachbarschaftshilfe hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, Kontakte zu fördern und die Lebensqualität in der ländlichen Region zu erhalten und zu verbessern und vor allem die medizinische, pflegerische und soziale Versorgung sicher zu stellen.


Hilfe im täglichen Leben


Die Arbeit der Nachbarschaftshilfe orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen der hilfesuchenden Menschen. Die Würde des Einzelnen, ungeachtet seines Krankheitszustandes, seines Alters und seiner Defizite steht dabei im Vordergrund. Die Nachbarschaftshelfer bringen Zuneigung für alte Menschen mit, von der Schülerin bis zur Rentnerin, und erfüllen ihre Einsätze mit sozialem Engagement. Zurzeit leisten 24 Frauen und Männer praktische Hilfe in Situationen des täglichen Lebens in dieser Einrichtung. Sie kommen ins Haus und helfen beim Einkaufen, Putzen, Kochen, Bügeln, bei der Gartenarbeit, begleiten zum Arzt und zu Behörden. Angehörigen, die zu Hause Pflegefälle betreuen, wird Entlastung durch stundenweise Übernahme der Betreuung angeboten. Vertrauen ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Arbeit. Alle Mitarbeiter unterliegen dem Datenschutz und sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.


Essen auf Rädern


Zu den gefragten Angeboten der Nachbarschaftshilfe gehört auch der Service „Essen auf Rädern“. Insgesamt wurden von April bis Dezember 2013 1220 „Essen auf Rädern“ von den ehrenamtlichen Mitarbeitern ausgefahren. (bir)


Begleitung zum Arzt und Hilfe bei Formularen Nachbarschaftshilfe bietet viele

Dienstleistungen – Festes Büro gegenüber der Stadtbücherei – Rückschau


Bärnau. (bir) Vielen Einwohnern bietet die Nachbarschaftshilfe seit einem Jahr aktive Hilfen und Unterstützung. Im Vordergrund steht dabei, den Menschen ein Leben zu Hause so lange wie möglich zu gewährleisten. Was wurde im vergangenen Jahr an Tätigkeiten geleistet?


Zuerst musste ein Büro eingerichtet werden, ehrenamtliche Helfer und Dienstleister und das Essen auf Rädern organisiert werden. Viele Besuche und Gespräche wurden geführt, dazu Hilfen beim Einkaufen, Begleitung ins Krankenhaus oder zu Behörden und Ärzten. Aber auch das Ausfüllen von Formularen und andere Schreibarbeiten gehörten zu den vielfältigen Dienstleistungen. Sehr gut angenommen wurden auch die zahlreichen Ausflüge, wie etwa eine Fahrt zur Landesgartenschau, die Grenzlandtour und die Stadttour rund um Bärnau.


Kontakte knüpfen


Gerade durch diese Ausflüge wurden viele Kontakte untereinander geknüpft. Dabei stellt Maria Gleißner die sehr gute Zusammenarbeit mit Dr. Weinrich heraus. Auch viele junge Leute haben sich inzwischen angeboten und möchten gerne eine soziale Leistung erbringen, die dann mit einer Bescheinigung vom BRK bestätigt wird und für den weiteren beruflichen Werdegang durchaus nützlich sein kann. Und dass die Koordination zwischen dem Team und den Menschen, die auf kleine Hilfestellungen im Alltag angewiesen sind reibungslos klappt, dafür sorgt in erster Linie Maria Gleißner.

 

Sie kümmert sich zusammen mit Gerlinde Lode und weiteren Mitarbeitern um die Organisation und den Einsatz der 24 Helfer. Dabei stellt die Stadt Bärnau einen Büroraum (ehemaliges Forstbüro, gegenüber der Stadtbücherei) und die elektronische Einrichtung zur Verfügung.


Die Bürozeiten


Die Bürozeiten: Donnerstag, 9 bis 11 Uhr, Freitag, 14 bis 16 Uhr, oder nach Vereinbarung. Zu erreichen ist das Büro unter Telefon 09635/920321. Im Internet findet sich die Nachbarschaftshilfe und ihr Angebot ebenfalls: nbh-baernau@gmx.de. Ansprechpartner der Nachbarschaftshilfe sind Gerlinde Lode, Telefon 0173/6240367, und Maria Gleißner, Telefon 09635/512.

 

Quelle: Der neue Tag / oberpfalznetz.de

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