Dr. Gudrun Graf stellt bei Versammlung des BRK Erbendorf Gerät zur Herzdruckmassage vor
Erbendorf. (njn) Das Thoraxkompressions-System "Lucas 2" stellte Internistin Dr. Gudrun Graf aus Neustadt/WN bei der Monatsversammlung der BRK-Bereitschaft vor. Das Gerät nimmt eine kontinuierliche Herzdruckmassage vor. "Es ist das Ziel, auch den Standort Erbendorf mit einem solchen Gerät auszustatten", erklärte Graf.
Die ärztliche Leiterin des Rettungsdienstes Nordoberpfalz (ÄLRD) und aktive Rotkreuzärztin führte aus, dass die menschliche Kraft bei der Durchführung von Herzdruckmassagen nach rund drei Minuten nachlasse und schwanke.
100 Mal pro Minute
"?Lucas 2? nimmt mechanisch eine kontinuierliche Thoraxkompression von mindestens fünf Zentimetern Tiefe und über 100 Druckbewegungen pro Minute vor." In einem Praxisbeispiel ließ die Referentin ein BRK-Mitglied einige Minuten eine Wiederbelebung an einem Dummy durchführen. Alle sahen die Anstrengungen des Retters.
Sie führte aus, dass während einer laufenden Wiederbelebung kein Transport des Patienten möglich sei. "Dies gilt sowohl für den Weg vom Unfallort in den Rettungswagen als auch beim eigentlichen Krankentransport ins Klinikum", so Dr. Graf. "?Lucas 2? kann aber die ununterbrochene Thoraxkompression während des Transports übernehmen." Die Referentin stellte auch einen weiteren Vorteil des Geräts heraus. So optimiere "Lucas 2" den Blutfluss des Patienten. "Leider gehört ?Lucas 2? nicht zur Regelausstattung im Rettungsdienst", bedauerte Graf. Das Gerät werde daher auch nicht gefördert. Wie sie weiter ausführte, habe sie die Initiative ergriffen, zunächst die Notarztstandorte im Leitstellenbereich Nordoberpfalz mit den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN sowie der Stadt Weiden mit jeweils einem "Lucas 2" auszustatten. "Dafür starteten wir eine große Spendenaktion und sammeln noch immer fleißig." Inzwischen seien alle Notarztstandorte ausgestattet.
Dr. Graf merkte an, dass für die Ausstattung der drei Notarztstandorte im Landkreis Tirschenreuth mit Kemnath, Tirschenreuth und Waldsassen der BRK-Kreisverband Tirschenreuth hierfür in Vorleistung gegangen sei. "Nächstes Ziel ist es, auch den Standort Erbendorf mit einem ?Lucas 2? auszustatten."
Zum System sagte die Ärztliche Leiterin, dass dieses über 10 000 Euro koste. "Ziel ist es, damit die Qualität bei der Wiederbelebung zu verbessern und eine bestmögliche Notfallversorgung in unserer Region sicherzustellen."
Ersthelfer gefordert
Zur Wiederbelebung wies die Referentin darauf hin, dass diese vor allem durch Laien oder Ersthelfer überlebenswichtig sei. "Daher prüfen, rufen, drücken! Bewusstsein und Atmung prüfen, Notruf unter der 112 rufen, 30 Mal drücken und zwei Mal beatmen."
Quelle: Der neue Tag / oberpfalznetz.de
